Nicht jedes gute Tattoo-Pflegeprodukt kommt aus Skandinavien oder Spanien. Die Pegasus Pro Tattoo-Creme ist ein deutsches Produkt – entwickelt und hergestellt von einem Unternehmen, das sich auf Piercing- und Tattoobedarf spezialisiert hat. Das klingt unspektakulär, hat aber einen handfesten Vorteil: kurze Lieferwege, transparente Herkunft und ein Preis, der sich deutlich von vielen internationalen Konkurrenten unterscheidet.
Das Produkt richtet sich in erster Linie an die Abheilphase eines frisch gestochenen Tattoos – also genau dort, wo es auf die richtige Pflege ankommt.
Pegasus: Deutsche Qualität, nüchterner Auftritt
Pegasus macht kein großes Aufheben um seine Produkte. Kein aufwendiges Branding, kein Lifestyle-Marketing, keine Vintage-Ästhetik. Die Verpackung ist funktional, die Kommunikation direkt. Das ist kein Nachteil – im Gegenteil. Wer ein Pflegeprodukt kauft, kauft den Inhalt, nicht die Dose.
Das Unternehmen hat sich auf den deutschen Markt konzentriert und ist entsprechend gut verfügbar – im eigenen Onlineshop sowie bei diversen Tattoo-Supplies-Händlern. Für alle, die lieber beim deutschen Anbieter kaufen und keine langen Lieferzeiten in Kauf nehmen wollen, ist das ein echtes Argument.
Was steckt drin? Die Wirkstoffe eingeordnet
Die Pegasus Pro Tattoo-Creme arbeitet mit drei zentralen Wirkstoffen, die sich in ihrer Kombination sinnvoll ergänzen.
Panthenol kennen wir aus vielen anderen Aftercare-Produkten – und das aus gutem Grund. Als Provitamin B5 wird es in der Haut zu Pantothensäure umgewandelt, die die Zellteilung fördert, Feuchtigkeit bindet und die Wundheilung aktiv unterstützt. In der Abheilphase eines Tattoos ist das der wichtigste Einzelwirkstoff, den eine Creme mitbringen kann. Die Pegasus Pro liefert ihn zuverlässig.
Weizenkeimöl (Triticum Vulgare Germ Oil) ist der pflegende Baustein der Rezeptur. Es ist reich an Vitamin E, essentiellen Fettsäuren und Phytosterolen – Verbindungen, die die Hautbarriere stärken, die Zellregeneration unterstützen und antioxidativ wirken. Weizenkeimöl zieht tief in die Haut ein und versorgt sie von innen heraus mit Nährstoffen. Für tätowierte Haut in der Heilungsphase ist das eine sinnvolle Ergänzung zum Panthenol – das eine heilt, das andere nährt.
Cajeputöl ist der ungewöhnlichste und interessanteste Wirkstoff der drei. Cajeput ist ein Baum aus Südostasien, dessen ätherisches Öl seit Jahrhunderten in der traditionellen Medizin eingesetzt wird. Die entscheidende Eigenschaft für die Tattoo-Pflege: Cajeputöl wirkt antiseptisch. Es hemmt das Wachstum von Bakterien und Pilzen auf der Hautoberfläche und beugt damit Infektionen vor – ohne dabei auf synthetische Konservierungsstoffe angewiesen zu sein.
Cajeputöl ist außerdem der Grund für den charakteristischen Duft der Creme – dazu gleich mehr.
Konsistenz: Schutzfilm statt Einziehen
Was direkt auffällt: Die Creme ist angenehm leicht zu verteilen. Im Gegensatz zu vielen Panthenol-Salben, die eher zäh und schwerfällig sind, lässt sich die Pegasus Pro geschmeidig auf der Haut verteilen.
Aber hier ist ein wichtiger Unterschied zu verstehen: Die Pegasus Pro zieht nicht vollständig in die Haut ein. Sie verbleibt als schützende Schicht auf der Hautoberfläche. Das ist eine bewusste Entscheidung in der Formulierung – und sie hat Vor- und Nachteile, die man kennen sollte.
Der Vorteil: Ein Schutzfilm auf der Haut hält Feuchtigkeit zuverlässig ein, schützt vor äußeren Einflüssen (Schmutz, Reibung, Bakterien) und schafft ein konstant feuchtes Wundmilieu, das die Heilung begünstigt. Krustenbildung wird dadurch effektiv minimiert – und das klappt in der Praxis tatsächlich sehr gut.
Der Nachteil: Wer zu viel aufträgt, wird mit einem fettigen Hautfilm belohnt, der unter Kleidung unangenehm sein kann. Beim Dosieren braucht man daher etwas Fingerspitzengefühl. Spätestens nach zwei, drei Anwendungen hat man aber ein gutes Gefühl für die richtige Menge – weniger ist hier definitiv mehr.
Wer eine Creme sucht, die schnell einzieht und keinen spürbaren Film hinterlässt, ist mit der Pegasus Pro weniger gut bedient. Wer aber eine intensiv schützende Barrierecreme bevorzugt, die aktiv gegen Krustenbildung arbeitet, trifft hier eine gute Wahl.
Der Duft: Cajeput macht sich bemerkbar
Beim Duft scheiden sich die Geister – und das liegt direkt am Cajeputöl. Der medizinisch-krautige Geruch erinnert an Sauna-Aufguss oder an ein mildes Tigerbalm. Er ist unverwechselbar und definitiv kein neutraler Duft.
Für manche ist das sogar ein Pluspunkt: Der Geruch signalisiert, dass hier etwas Wirksames auf der Haut landet – ähnlich wie man klassische Apothekenpräparate mit einem bestimmten Geruch verbindet. Für andere – besonders für Menschen, die empfindlich auf intensive Gerüche reagieren – kann er gewöhnungsbedürftig sein.
In unserem Test hat er nicht gestört. Aber wer sehr empfindlich auf Gerüche reagiert, sollte die Creme vorher einmal Probe schnuppern – im Zweifelsfall ist der Geruch ein K.O.-Kriterium, und das sollte man vorher wissen.
Anwendung
Eine kleine Menge reicht aus – das ist die wichtigste Regel. Die Creme auf die gereinigte, leicht feuchte Haut auftragen und dünn verteilen. Sie bildet dann den beschriebenen Schutzfilm, ohne zu kleben, wenn die Menge stimmt.
Zwei- bis viermal täglich ist eine sinnvolle Frequenz in der Heilungsphase. Die Creme hilft, die Haut feucht und geschmeidig zu halten – ein wichtiges Kriterium, um die Krustenbildung zu minimieren. Und das klappt in der Praxis sehr gut.
Vergleich mit anderen Aftercare-Produkten
TattooMed After Tattoo: Enthält 7 % Dexpanthenol in einer leichten Cremebasis – zieht schneller ein, hinterlässt keinen Schutzfilm. Für alle, die eine nicht-okklusive Pflege bevorzugen, die bessere Wahl. Ähnlicher Preis.
Balm Tattoo Original: Ebenfalls okklusiv, mit Sepitonic M3 als antimikrobiellem Komplex. Hochwertiger in der Gesamtrezeptur, aber auch teurer. Die Pegasus Pro ist die günstigere Alternative mit ähnlichem Grundprinzip.
Bepanthen: Der Klassiker – 5 % Dexpanthenol, mineralölbasiert, okklusiv. Weit verbreitet und bewährt, aber ohne die antiseptische Wirkung des Cajeputöls. Preislich ähnlich wie die Pegasus Pro, dafür in jeder Apotheke und Drogerie erhältlich.
Preis-Leistung: das stärkste Argument
Die Pegasus Pro Tattoo-Creme kostet je nach Anbieter meist unter 10 € für 25 ml – das ist im Vergleich zu spezialisierten Tattoo-Pflegeprodukten ausgesprochen günstig. Wer bedenkt, dass eine kleine Menge pro Anwendung ausreicht, kommt mit einer Tube deutlich durch die gesamte Heilungsphase eines Tattoos.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist damit eines der besten im Segment. Man bekommt eine funktionale Aftercare-Creme mit sinnvollen Wirkstoffen, deutschem Ursprung und einer bewährten Grundformel – ohne für Branding oder aufwendige Verpackung zu zahlen.
Für Erststecher, die noch nicht wissen, welche Pflegephilosophie (einziehend vs. Schutzfilm) zu ihnen passt, ist die Pegasus Pro auch deshalb interessant: Das Risiko beim Ausprobieren ist bei diesem Preis minimal.
Fazit
Die Pegasus Pro Tattoo-Creme ist vor allem für diejenigen eine interessante Wahl, die Wert auf einen intensiven Schutzfilm und einen günstigen Preis legen. Die Kombination aus Panthenol, Weizenkeimöl und antiseptischem Cajeputöl ist durchdacht und deckt die wichtigsten Anforderungen der Heilungsphase ab: Wundheilung, Feuchtigkeitsversorgung und Infektionsschutz.
Der Duft ist gewöhnungsbedürftig, die Dosierung will gelernt sein – aber beides sind keine Dealbreaker, sondern Eigenheiten, mit denen man nach kurzer Zeit umzugehen weiß. Die Creme ist vegan, wird in Deutschland hergestellt und kostet weniger als viele Konkurrenten.
Für uns ein solides Produkt ohne Schnickschnack, mit dem man definitiv nichts falsch macht – besonders wenn der Preis eine Rolle spielt.
Petrolatum, Triticum Vulgare (Wheat Germ) Oil, Melaleuca Leucadendron Cajeputi Extract, Alcohol Denat., Panthenol, Aqua (Water), Mentha Viridis (Spearmint) Oil


